Dimpels auf dem Flipper-Spielfeld — Ursachen, Vorbeugung, was zu erwarten ist
Was Dimpels eigentlich sind
Wenn du dein Flipper-Spielfeld schon einmal bei hellem Licht in einem flachen Winkel betrachtet hast und winzige Dellen auf der Oberfläche entdeckt hast, kennst du Dimpels. Sie sind eines der am häufigsten diskutierten und gefürchtetsten Themen in der Pinball-Welt — besonders bei neuen Besitzern, die glauben, ihr Gerät sei defekt.
Hier das ehrliche Bild: Was Dimpels sind, warum sie entstehen, was du dagegen tun kannst und was nicht, und warum Protektoren einen echten Unterschied machen.
Dimpels sind kleine Vertiefungen in der Spielfeldoberfläche, die durch die landende Stahlkugel entstehen. Jeder einzelne ist typischerweise nur Bruchteile eines Millimeters tief — mit dem Finger spürst du sie kaum, sehen kannst du sie nur, wenn das Licht im richtigen Winkel auf das Spielfeld fällt.
Sie entstehen, weil eine Stahlkugel härter ist als Holz und Klarlack. Jedes Mal, wenn die Kugel nach einem Airball, einer Rampe, einem Slingshot oder einem Pop-Bumper auf dem Spielfeld landet, überträgt sie Energie auf die Oberfläche. Der Klarlack gibt nach; das Holz darunter komprimiert leicht; ein winziger Dimpel entsteht.
Über tausende Spiele sammeln sich tausende Dimpels an.
Jeder Flipper hat sie
Dieser Teil fällt vielen neuen Besitzern schwer zu akzeptieren: Jedes jemals gebaute Flipper-Spielfeld hat Dimpels. Nicht die meisten. Nicht nur moderne Sterns. Jeder einzelne.
Manchmal schaut man auf einen sauber wirkenden Bally aus den 70ern oder einen Williams aus den 80ern und denkt, diese alten Geräte hätten keine Dimpels. Sie haben sie. Du musst das Spielfeld nur im richtigen Winkel und Licht betrachten, um sie zu sehen. Original erhaltene ältere Geräte, die glatt aussehen, haben oft so viele angesammelte Dimpels über Jahrzehnte, dass die Holzfasern über die gesamte Fläche flach komprimiert sind — das erzeugt die Illusion einer glatten Oberfläche.
Das wird manchmal als „Auspegeln der Dimpels" beschrieben. Es ist ein reales Phänomen — viel gespielte Geräte sehen oft besser aus als wenig gespielte, weil das Spielfeld eine Art Gleichgewichtszustand erreicht hat.
Warum neue Geräte schlimmer aussehen
Bei einem brandneuen Pin produzieren die ersten paar hundert Spiele Dimpels, die sich vor der makellosen Umgebung deutlich abzeichnen. Besitzer bemerken sie, fotografieren sie und machen sich Sorgen.
Das Problem wirkt am schlimmsten zwischen etwa 100 und 2.000 Spielen. Unter 100 sind nicht genug Dimpels da, um sie klar zu sehen. Über 2.000-3.000 verschmelzen die Dimpels zu einer gleichmäßigen Textur, die visuell weniger stört.
Viele Besitzer finden, dass ihr Gerät bei 5.000 Spielen besser aussieht als bei 500. Es ist kontraintuitiv, aber es ist die Realität.
Sind Dimpels ein Zeichen schlechter Qualität?
Diese Frage taucht ständig auf, besonders bei modernen Stern- und Jersey-Jack-Geräten. Kurze Antwort: nein.
Manche Klarlacke sind härter als andere. Härtere Klarlacke widerstehen anfänglich etwas besser, neigen aber zu anderen Problemen — Haftungsprobleme, Absplittern, Lösungen an Insert-Kanten. Weichere, flexiblere Klarlacke dimpeln eher, halten dafür insgesamt länger. Hersteller treffen verschiedene Kompromisse, aber es gibt keine Klarlack-Formulierung, die Dimpels auf einem Holzspielfeld komplett verhindert.
Das Holz ist der größere Faktor. Modernes Spielfeldholz ist tatsächlich weicher als die Harthölzer, die vor Jahrzehnten verwendet wurden — alter Bestand ist nicht mehr verfügbar, und die heutigen Ersatzholzarten sind weicher. Das ist ein reales branchenweites Thema, betrifft aber alle Hersteller.
Beeinflussen Dimpels das Spielverhalten?
Praktisch: nein. Ein Dimpel ist viel zu flach, um eine Kugel bei normaler Geschwindigkeit abzulenken. Du kannst mit der Hand über ein dimpel-übersätes Spielfeld streichen und nichts spüren.
Was das Spielverhalten beeinflusst, sind abgesunkene Inserts — wo ein Kunststoff-Insert messbar unter die Spielfeldoberfläche gerutscht ist. Das erzeugt eine echte Stufe, die die Kugel ablenkt. Aber das ist ein anderes Problem als Dimpeln und hat andere Lösungen.
Kann man Dimpels verhindern?
Auf einem bloßen oder klarlackierten Spielfeld komplett zu verhindern — physikalisch unmöglich. Stahlkugel, Holz darunter — Dimpels werden entstehen.
Du kannst die Geschwindigkeit, mit der sie auftreten, reduzieren durch:
Sauberes und gewachstes Spielfeld — eine gepflegte Oberfläche dimpelt etwas langsamer als eine vernachlässigte, der Effekt ist aber moderat.
Korrekt eingestellter Spielfeldwinkel — zu steile Winkel führen zu aggressiveren Ballaufschlägen bei Rampenrückläufen und Airballs.
Flipperstärke und Pop-Bumper-Kraft anpassen, wo möglich — die Energie der Aufschläge dort reduzieren, wo es geht.
Aber keine dieser Maßnahmen verhindert Dimpels. Sie verlangsamen das Auftreten nur leicht.
Wie Protektoren das Bild verändern
Ein Playfield-Protektor macht einen wirklich deutlichen Unterschied beim Dimpeln. Der Grund:
Wenn die Kugel auf einem bloßen Spielfeld landet, geht die gesamte Aufprallenergie durch den dünnen Klarlack ins Holz, das sich zu einem Dimpel komprimiert. Wenn die Kugel auf einem Spielfeld mit Protektor landet, trifft die Energie zuerst auf den PET-G-Kunststoff. Der Kunststoff absorbiert und verteilt den Aufprall über eine breitere Fläche, bevor er das Holz erreicht.
Ergebnis: Ein geschütztes Spielfeld entwickelt Dimpels viel langsamer. Besitzer, die ab Tag eins Protektoren auf neue Geräte setzen, berichten typischerweise von praktisch keinen sichtbaren Dimpels unter dem Protektor, selbst nach Tausenden von Spielen.
Der Protektor selbst kann mit der Zeit Spuren zeigen — aber der Protektor ist ersetzbar. Das Spielfeld nicht.
Wenn schon Dimpels da sind
Wenn dein Spielfeld bereits Dimpels hat und du einen Protektor überlegst, hier was du erwarten kannst. Der Protektor entfernt vorhandene Dimpels nicht, aber er:
Glättet das Erscheinungsbild visuell deutlich. Die PET-G-Oberfläche überbrückt kleine Dimpels, sodass das Spielfeld durch den Protektor viel glatter aussieht als darunter.
Stoppt weitere Dimpel-Bildung in diesen Bereichen.
Gibt dir eine flache, ebene Lauffläche unabhängig davon, was darunter ist.
Für Geräte, bei denen Dimpeln visuell stört, ist das Anbringen eines Protektors eine der effektivsten Möglichkeiten, das Erscheinungsbild ohne teure Restaurationsarbeit wiederherzustellen.
Fazit
Dimpels sind normal. Sie sind kein Defekt, kein Zeichen mangelhafter Qualität, und sie beeinflussen das Spiel nicht. Visuell auffällig sind sie aber durchaus — besonders auf neueren Geräten — und können das Erscheinungsbild stören.
Wenn dich Dimpeln stört — oder wenn du das Erscheinungsbild eines hochwertigen Geräts erhalten möchtest — ist ein passgenauer Spielfeld-Protektor die mit Abstand effektivste Lösung. Ab Tag eins montiert, reduziert er die Dimpel-Akkumulation drastisch. Nachträglich montiert, kaschiert er vorhandene Dimpels visuell und verhindert weitere Bildung.
Mehr zur Wahl der richtigen Schutzmethode in unserem Vergleich von Mylar und Spielfeld-Protektor oder im kompletten Ratgeber zum Spielfeldschutz.
Häufige Fragen
- Sind Dimpels (Dellen) auf dem Flipper-Spielfeld normal?
- Ja, Dimpels sind völlig normal und treten auf jedem Flipper auf, der je gebaut wurde. Sie entstehen, wenn eine Stahlkugel auf ein Holz-Spielfeld trifft — Metall ist härter als Holz, deshalb bilden sich mit der Zeit kleine Dellen. Sie sind kein Mangel, sondern eine natürliche Folge davon, wie Flipper funktioniert.
- Kann man Dimpels komplett verhindern?
- Auf einem bloßen oder klarlackierten Spielfeld lassen sich Dimpels nicht vollständig verhindern. Ein Playfield-Protektor reduziert das Auftreten jedoch deutlich, weil die Aufprallenergie von der PET-G-Schicht abgefangen wird, bevor sie das Holz erreicht. Geräte mit Protektoren ab Tag eins zeigen deutlich weniger Dimpels als ungeschützte.
- Werden Dimpels mit der Zeit schlimmer?
- Dimpels sammeln sich an, aber interessanterweise sehen sehr viel gespielte Geräte oft glatter aus als wenig gespielte. Die Holzfasern wurden durch unzählige Ballaufschläge bereits flach komprimiert. Die sichtbarsten Dimpels findet man meist auf Geräten mit ein paar hundert bis ein paar tausend Spielen.
- Beeinflussen Dimpels das Spielverhalten?
- Einzelne Dimpels sind viel zu klein, um den Kugellauf zu beeinflussen — meist nur Bruchteile eines Millimeters tief. Dimpels sind ein optisches, kein funktionales Problem. Abgesunkene Inserts und Klarlackschäden sind spieltechnische Probleme, Dimpels nicht.
- Warum sind Dimpels auf neuen Flippern besser sichtbar?
- Auf einem neuen Gerät hebt sich jeder Dimpel vor der ansonsten makellosen Oberfläche ab. Mit weiteren Spielen entstehen mehr Dimpels und die Oberfläche wirkt einheitlich texturiert statt gepunktet. Viele Besitzer finden, dass ihr Pin bei 5.000 Spielen besser aussieht als bei 500 — gerade wegen dieses Effekts.
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